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Posts mit dem Label "Sachbuch" werden angezeigt.

Jan Korte " Geh doch rüber!"

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Erstaunlicher Weise gibt es in meinem Umfeld eine Reihe von Menschen, die sich Bücher schreibend verewigen. Das Wirken reicht vom politischen Sachbuch, Beobachtungen und Reportagen hin zum Roman. Grund genug an dieser Stelle ein paar von diesen Büchern vorzustellen. Den Anfang macht Jan Korte  mit seinen feinsten Beobachtungen aus Ost und West "Geh doch rüber!". Was für ein Lesespaß. Mit der ersten Seite entfaltet sich ein Schmunzeln auf dem Gesicht. Das bleibt bis zur letzten Seite erhalten, zwischendurch wird auch mal ein herzhaftes Lachen daraus. Jan Korte spielt in der Bundesliga der deutschen Politik mit, ist seit 2005 Mitglied des Bundestages. Bis dahin hat er sich in den Niederungen der Parteipolitik herumgetrieben, demonstriert, argumentiert, gepöbelt und ernsthaft gekämpft. Er ist sich auch heute nicht zu Schade in Bitterfeld und Wolfen, Köthen und Staßfurt für "Schlüpper" zu streiten. Genau darüber berichtet er in seinem leider viel zu dünnen Büc...

Sabine Rennefanz "Eisenkinder"

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Immer mal wieder gibt es sie, Bücher, die eine Generation erklären wollen. Ihnen werden dann gern markige Namen angeheftet: Generation X, Zonenkinder, Generation Golf, neue deutsche Mädchen. Jetzt also Eisenkinder. Die Berliner Journalistin Sabine Rennefanz wird durch die Morde der Zwickauer Terrorzelle für ihre eigene Geschichte sensibilisiert. Sie schreibt den Essay "Uwe Mundlos und ich". Dafür bekommt sie einen Preis. Sie nimmt ihren Mut zusammen und als gute Journalistin, die sie ist, weiss sie, hier muss man tiefer graben. Das tut sie und zwar in ihrer eigenen Vergangenheit. Sie schildert ihre Kindheit in Eisenhüttenstadt, die Jugend in der Wendezeit, die Flucht nach Hamburg und ihre Wandlung zur radikalen Christin. Obwohl sie dabei sehr persönliche Erfahrungen schildert, verliert sie nie ihre Ausgangsfragen aus dem Blick: Woher kommt diese tiefe Verunsicherung und unterschwellige Wut der Eisenkinder, wie Rennefanz sie nennt? Wie war es in den 90 er Jahren in Ostd...

Cord Riechelmann "Krähen"

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  Kr ä hen, Raben, Elstern. Sie geh ö ren fast ebenso zum Stadtbild wie Tauben. Aber irgendwie waren mir vor allem die gro ß en, schwarzen Raben immer unheimlich. Wahrscheinlich hatten sich die Bilder aus Hitchcocks Film "Die V ö gel" in meinem Ged ä chtnis eingepr ä gt. Auf dem Hof und in den B ä umen unserer Wilhelmsruher Wohnung hatte ich Gelegenheit diesen Tieren ein wenig zuzuschauen. Seit dem hat sich mein Blick auf den Raben oder die Kr ä he sehr ver ä ndert. Der Biologe und Philosoph Cord Riechelmann hilft nun mit seinem Buch "Kr ä hen" auch popul ä rwissenschaftlich nach. Es ist ein unterhaltsames und interessantes B ü chlein geworden. Man erf ä hrt so einiges ü ber die Natur- und Kulturgeschichte dieser klugen und ä u ß erst gewitzten V ö gel.   Neben genauen Beobachtungen des Tierverhaltens finden sich spannende Verweise und Berichte ü ber Mythen und Geschichten der Raben auf der ganzen Welt. Schon erstaunlich, dass die einen die V ö ge...

Johanna Adorján "Eine exklusive Liebe"

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Im Herbst 1991 setzen Vera und Istvan ihrem Leben ein Ende. Alles ist organisiert, der Hund bei den Nachbarn, Päckchen mit Geschenken für Kinder, Enkel, Freunde stehen hübsch verpackt auf dem Wohnzimmertisch. Gemeinsam mit dem Brief, der genau so, wie es das praktische Handbuch "Final Exit" vorgibt, darauf hinweist, dass kein Gewaltverbrechen vorliegt, sondern ein Doppelselbstmord. Die Enkelin Johanna Adorján geht der Geschichte dieses ungewöhnlichen Todes nach. Vera und Istvan waren ihre Großeltern. Ungarische Juden, die in Dänemark lebten. Von den Wirren des Jahrhunderts hatte es sie dorthin verschlagen. Dort lebten sie seit 1956, dort liebten sie sich. Ob sie auch glücklich wurden, bleibt unklar. Zu verschwiegen, zu verschlossen waren die beiden. Die Geschichte einer Familie, die Geschichte einer Liebe, die Geschichte der Enkeltochter auf der Suche nach sich selbst, nach ihrer Identität. Es ist in der Tat ein bewegendes Buch und wurde von vielen gelobt. Mich läßt es de...

John Jeremiah Sullivan "Pulphead Vom Ende Amerikas"

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Ich bin so leicht zu begeistern. Gerade habe ich mich noch euphorisch über Florian Illies "1913" gefreut und schon kommt das nächste geniale Buch daher. John Jeremiah Sullivans "Pulphead". "Pulphead" ist kein Roman (ist 1913 auch nicht) aber auch kein richtiges Sachbuch (dito). Vielmehr ist es eine Sammlung von Sullivans Essays und Reportagen. Er schreibt über den Zustand der USA, über das politische System, über Kultur und Religion, über Bildung und über die Menschen, die ihm begegnet sind. Das Time Magazine schreibt: "David Foster Wallace und Hunter S.Thompson sind tot, Tom Wolfe ist so gut wie in Rente - es gibt also nicht mehr viele Autoren, die genügend Mumm und Grips haben, um es mit unserer Kultur aufzunehmen. Die sich nicht von dem ganzen Schwachsinn einschüchtern lassen. Sullivan ist einer von ihnen." Prima Zusammenfassung. Mit großer Begeisterung, mit Freude an dem geschriebenen Wort habe ich das Buch verschlungen (eigentlich hat...