Sonntag, 21. Oktober 2012

Peter S. Beagle, Das letzte Einhorn




Auch in der Fantasy-Literatur gibt es Bücher, die sich und ihre Helden unheimlich ernst nehmen und dann gibt es die, die ihre Geschichte mit einem Augenzwinkern erzählen. Das letzte Einhorn ist so eine letztere Geschichte.
Ich war ehrlich gesagt etwas erstaunt, als ich das Buch von Beagles auf der TOP 100-Liste fand. Dann hatte auch noch der von mir verehrte Patrick Rossfuss es seinen Lesern ans Herz gelegt. Inzwischen habe ich es gelesen und kann es sehr nachvollziehen.

Die Grundgeschichte kennt wahrscheinlich seit der Disney-Verfilmung jeder. Das letzte Einhorn wird gewahr, dass es allein ist und macht sich auf die Suche nach seinesgleichen. Dabei erlebt es viele Abenteuer und trifft Wesen mit reinem Herzen. In den 70 er Jahren geschrieben, steckt auch noch eine Menge "man sieht nur mit dem Herzen gut" - Philosophie drin. Auf den ersten Blick ein wenig langweilig. Ist das Buch aber gar nicht. Natürlich muss man sich auf die Geschichte einlassen und das viele Rosa, Hellblau und den Glitter der einem unwillkürlich durch den Kopf spukt, verdrängen. Konzentriert man sich auf die Essenz der Geschichte, macht es richtig Spass. Sie ist nämlich wirklich witzig. Kleine feine ironische Dialoge, putzige Figuren, die geradezu subversiv sind, eine gewisse Naivität, die ruft: aber der König ist doch nackt! Sehr lustig!
Es ist also eine wunderbare Familiengeschichte. Kinder werden die kunterbunte, reine Welt lieben, Eltern den Hintersinn dabei. Lest es Euch am Sonntag beim Tee laut vor, Ihr werdet Spaß haben.