Freitag, 26. April 2013

Marisha Pessl "Die alltägliche Physik des Unglücks"

Die SZ ist Schuld! "Dieses Buch ist wunderbar" lautet deren Einschätzung, also habe ich Pessls 700-Seiten Werk mitgenommen. Dieser Satz bleibt mir bis zum Ende ein großes Rätsel. Erst beim zweiten Mal lese ich "Die alltägliche Physik des Unglücks" ganz. Der ersten Versuch scheitert vor Seite 75, dem ersten Auftritt von Hannah Schneider. Bis dahin muss man sich nämlich durch Berge von Fußnoten und Zitaten aus realen und erdachten Büchern quälen, wiedergegeben von der pubertierenden Blue. Eigentlich mag ich es ganz gern, mit Querverweisen angefüttert zu werden (siehe Pelewin, Das heilige Buch der Werwölfe) aber doch nicht so. Langweilig, langweilg und abermals langweilig. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Autorin hier mal beweisen will, was Graduates von Phi Beta Kappa so alles drauf haben. Mit der Lehrerin Hannah Schneider tauchen auch noch ein paar andere Figuren auf, die Bluebloods (was für ein Wortspiel mit dem Namen der Heldin...) und es entwickelt sich eine Erwachsenwerdgeschichte mit Tochter-Vater-Konflikt, Selbstmord und nachfolgender politischer Krimigeschichte. Das ist dann doch noch ganz spannend und überraschend. Der Ton des Buches erinnert dabei an die üblichen amerikanischen Hochglanzserien, was ja nichts Schlechtes sein muss. So bei der S-Bahnfahrt kann man das schon lesen. Hab ich dann auch aber mehr als 2 Punkte gibt es von mir nicht.