Montag, 9. April 2012

Andrew Davidson "Gargoyle"

Eine Geschichte über die Liebe. Zugegebener Maßen über eine ungewöhnlichen Liebe. Die begann irgendwann im Mittelalter, 1300 in der Nähe von Nürnberg. Wir erfahren viel über diese Zeit, über erstaunliche Frauen, die in Klöstern Bücher schrieben und Gott huldigten. Wer aber glaubt, das Buch sei ein Mittelalterroman, der irrt. Denn eigentlich spielt er im Hier und Jetzt. Verwirrend? Ja irgendwie schon, findet auch der Erzähler, der zu Beginn der Geschichte in seinem Auto verbrennt. Er hat eine schreckliche Vergangenheit (keine Eltern, Drogen, Porno) und keine Zukunft. Und dann trifft er im Krankenhaus, wo er mittels grausamer Proceduren "enthäutet" und wiederhergestellt wird, auf Marianne Engel. Die erzählt ihm Geschichten über die Liebe, über die wirklich große alles aufopfernde Liebe, mit der er so gar nichts anfangen kann. Er ist nur in seine süße Milch namens Morphium verliebt. Irgendwann begreift er aber doch.  Äußerlich entstellt, reinigt er sich innerlich und öffnet sich seiner Liebe. Na das ist es so in groben Zügen. Dazwischen rasante Trash-Passagen, bunte Beschreibungen der mittelalterlichen Mystik und Märchen aus aller Welt. Ach ja, Dantes Göttliche Komödie und Inferno spielen auch noch eine Rolle. Aber da ich das noch nicht gelesen habe (nur die wundervollen Stiche von Gustave Doré dazu kenne) konnte ich damit recht wenig anfangen und ich fürchte dadurch habe ich auch eine wichtige Ebene des Buches nicht verstanden. Macht aber nichts, hat dennoch Spaß gemacht. Liest sich schnell und gut weg.