Sonntag, 1. April 2012

Helene Hegemann "Axolotl Roadkill"

Ich habe extra noch mal auf "Perlentaucher.de" nachgeschaut und keine Kritik in den letzten Wochen gefunden, die nicht begeistert vom Erstling Helene Hegemanns gewesen ist. Dann ist da natürlich noch der große Alarm um die Plagiatsvorwürfe. Ich kann beide Punkte nicht wirklich nachvollziehen. Durch das Buch habe ich mich eher durchgearbeitet als -gelesen. Die Geschichte der 16-jährigen Mifti, deren Vater und Umfeld "Höchststeuersatz hat", alle illegal verfügbaren Drogen konsumiert und Sex mit allem hat, was nicht schnell genug aus dem Weg geht... tja, berührt mich irgendwie nicht. Da ist von radikal, klug und wortgewaltig die Rede. Ist es immer noch radikal, wenn Sex, Drugs and RocknRoll in einem Satz vorkommen? Ist man schon klug, weil man mal keine lineare Geschichte erzählt? Und ja, wenn man Begriffe wie "Vaselintitten" wortgewaltig findet, dann ist Hegemann dies.

Zusammenhangslos, weil immer im Drogenrausch oder sowieso nicht von dieser Welt, reihen sich Volksbühnen-Sätze aneinander. Finde ich im Theater langweilig bis unerträglich und hier ebenso. Was nicht heißen soll, dass es da nicht auch ein paar famose Sätze und Passagen gibt. Die sind da und für eine 17 jährige sind sie auch wirklich beachtlich.

Damit bin ich bei der Frage, wieviel wirklich von diesem "Wunderkind" der deutschen Literatur stammt. Hegemann schreibt schon auf Seite 10, wie sie arbeitet. Sich Schnipsel aus allen Medien zusammensuchen, bearbeiten, neu setzen. Das kann Kunst sein, eigene Kunst (ob der Text, dem Anspruch gerecht wird, muss jeder selbst entscheiden). Am Ende dankt die Autorin dem Blogger namentlich. Sie hat kein Geheimnis gemacht, wo sie sich bedient hat (ok, es gibt keine Quellenangabe, aber es ist ja auch keine Diplomarbeit).
Also was bitte soll die ganze Plagiatsdebatte?
Ach ja, wir sollen das Buch kaufen!!!

Da kann ich nur sagen: Liebe Freunde, wenn ihr es unbedingt lesen wollt, bitte kauft es nicht, Ihr könnt es gern bei mir leihen.