Montag, 2. April 2012

Nick McDonell "Ein hoher Preis"

Manche Menschen schreiben über Außenpolitik. ich lese drüber. Und zwar diesen hervorragenden Roman eines jungen amerikanischen Autors. Nick McDonell schreibt über eine Welt in der er sich auskennt. Wir bewegen uns zwischen dem Campus von Harvard, mit seinen Studenten und Dozenten, ihren Ritualen, Clubs und Geld einerseits und der kenianisch-somalischen Grenze mit Bürgerkrieg, Warlords und grausamer Armut andererseits. Wir merken schnell, es ist Betrug im Spiel. Menschenleben spielen dabei keine Rolle, denn es geht um Macht, Einfluss, Intrigen und Geheimnisse. Was da geschildert wird, ist furchbar. Auch deshalb, weil es uns jeden Tag aus der Zeitung anschreit. McDonell erzählt in klaren, schnörkellosen Sätzen und dennoch wird seine Geschichte sehr lebendig und bewegend. Immer wieder haben wir das Gefühl, unsere Helden springen gleich vom Dach und eine Verfolgungsjagd beginnt. Dem Autor gelingt es dennoch, nie ins Banale abzugleiten. Die "Action" bleibt immer glaubhaft.
Ein spannendes, nachdenkliches und bewegendes Buch, dem ich viele Leser wünsche.