Sonntag, 1. April 2012

Paul Murray "Skippy stirbt Hopeland-Heartland-Ghostland"

Bereits auf den ersten Seiten passiert es. Skippy stirbt. Seine letzten Atemzüge widmet er einem Mädchen. Wie tragisch und wie romantisch. Auf den folgenden 700 Seiten erfährt der Leser wer das Mädchen ist, wieso Skippy so sehr verliebt ist und warum so abgrundtief traurig und verstört. Verstörung ist überhaupt ein großes Thema in dem Buch. Irgendwie sind viele Figuren ent-/verrückt, passen nicht in die Schablonen in die sie das College, der Job, die Familie sie pressen will. Einige versuchen aufzubegehren, manche versinken im Drogenrausch, andere probieren Sex aus. Auch Fantasiewelten von Büchern und Computerspielen scheinen eine prima Alternative zu sein. Doch es nützt nicht, am Ende ist Skippy tot und nichts und niemand kann ihn wieder zurück holen, Fehler ungeschehen machen. Paul Murray haucht seinen Figuren und seiner Geschichte Leben ein (tja, das ist ein Weg Skippy wieder lebendig zu machen). Die Figuren bekommen Tiefe und die Gespräche so albern sie auch sein mögen (die Protagonisten sind gerade mitten in der Pubertät) sind komisch. Wenn man sich ekeln soll, dann kann hier angewidert sein, man kann den Haß spüren und die Langeweile. Ganz und gar klug und lesenswert (besonders für diejenigen, die gerade nach Irland wollen, denn da spielt der Roman oder für alle die sich mit der String-Theorie auskennen)!