Donnerstag, 5. April 2012

Bernhard Cornwell "Das letzte Königreich" und "Der weiße Reiter"

Die Bücher von Cornwell sind nicht umsonst Bestseller. Hier wird Geschichte auf lesbare und interessante Art und Weise vermittelt. Es gibt viel zu erfahren über die Dänen als Eroberer und die kulturellen Unterschiede der Heiden und Christen im 9. Jahrhundert. Symphatisch: es gibt kein Schwarz-Weiß, Gut-Böse. Kultur und Politik, Struktur der Gesellschaft, Religion und Alltag der Menschen sind in die Geschichte von Uhtred verpackt, der seinem Schicksal folgt. Obwohl Cornwell ganz oft den Ausgang von Episoden durch den Erzähler vorweg nimmt, bleibt man gern dabei, denn die Schilderungen an sich sind spannend und bildreich. Also ich lese auch den zweiten Teil...

Die Geschichte um Uthred geht weiter und man schlüpft wieder in seine Wikingerklamotten und reitet durch das alte Wessex. Ähm, ich war da noch nie... hm, das hat soviel Spaß gemacht, vielleicht sollte ich mal hin. Na vorher aber noch die anderen Teile lesen...
In diesem Band jedenfalls wird natürlich wieder viel gekämpft, ein wenig geliebt und auch gebetet. Odin und Co. sind mir dabei irgendwie sympathischer als Gott, Jesus und Maria. Kein Wunder die christlichen Priester und Mönche schneiden nicht gut ab. Kommt doch mal einer freundlich daher, ist er nur aus Hunger ("hast Du schon mal einen Priester hungern sehen..") oder niederen Erwägungen (Geld, Einfluss, Ruhm, Schutz vor den Dänen) zur Kirche gekommen.
Die "Flimmerfreunde" haben sich neulich in ihrem Podcast über 2. Teile unerhalten und sind der Frage nachgegangen, ob die eigentlich grundsätzlich besser oder schlechter sind. Hier liegt nun der 3. Teil vor, einer Geschichte, die üer das alte Britanien erzählt und die Auseinandersetzung mit den Nordmännern. In diesem Buch steckt mehr Fiktion als in den Vorgängern. Cornwell weist seine Leser darauf am Ende des Buches hin und gibt Auskunft, was erdacht und was auf historischen Fakten beruht. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ansonsten hat mich die Geschichte nicht mehr ganz so gefesselt, weil aber Form und Inhalt zueinander passen, lesen sich die Seiten schnell mit Spaß durch.